Viele Menschen suchen nach einer App, die sie im Alltag dabei unterstützt, sich sicherer zu fühlen. Die Situationen können sehr unterschiedlich sein: ein Heimweg im Dunkeln, eine bedrohliche Begegnung, Stalking, Konflikte im öffentlichen Raum oder Tätigkeiten mit regelmäßigem Publikumsverkehr.

Die eine „beste App“ für persönliche Sicherheit gibt es dabei nicht. Entscheidend ist, welche Funktion in der jeweiligen Situation benötigt wird.

Unterschiedliche Arten von Sicherheits-Apps

Sicherheits-Apps erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Manche Apps helfen dabei, einen Notruf abzusetzen. Andere informieren über Gefahrenlagen, teilen den Standort mit Vertrauenspersonen oder ermöglichen die Dokumentation kritischer Situationen.

Wichtig ist deshalb zunächst die Frage:

Was soll die App im Ernstfall leisten?

Notruf-Apps

Notruf-Apps dienen dazu, im Ernstfall schnell Hilfe zu erreichen. In Deutschland ist die offizielle Notruf-App der Bundesländer die App nora.

Sie ermöglicht es, Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst zu erreichen und dabei Standortinformationen zu übermitteln.

Weitere Informationen:

👉 https://www.nora-notruf.de/

Eine Notruf-App ersetzt jedoch nicht jede andere Sicherheitsfunktion. Sie ist vor allem dann wichtig, wenn unmittelbar Hilfe angefordert werden muss.

Warn-Apps

Warn-Apps informieren über Gefahrenlagen wie Unwetter, Großbrände, Gefahrstoffaustritte oder andere Ereignisse des Bevölkerungsschutzes.

Ein bekanntes Beispiel ist die Warn-App NINA des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Weitere Informationen:

👉 https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warn-App-NINA/warn-app-nina_node.html

Solche Apps sind besonders hilfreich, wenn man frühzeitig über größere Gefahrenlagen informiert werden möchte.

Sicherheitsfunktionen auf dem Smartphone

Viele Smartphones enthalten bereits eingebaute Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören zum Beispiel Notruf-SOS-Funktionen, Standortfreigaben oder Notfallinformationen.

Für iPhone-Nutzer stellt Apple Informationen zur Funktion Notruf SOS bereit:

👉 https://support.apple.com/de-de/guide/personal-safety/ips4f0cd709b/web

Für Android-Geräte beschreibt Google entsprechende Sicherheitsfunktionen hier:

👉 https://support.google.com/android/answer/9319337

Diese Funktionen sollten möglichst vorab eingerichtet und getestet werden, damit sie im Ernstfall bekannt sind.

Standortfreigabe für Vertrauenspersonen

Eine weitere Möglichkeit ist die Standortfreigabe an vertraute Personen. Dies kann sinnvoll sein, wenn man regelmäßig allein unterwegs ist oder bestimmte Wege als unsicher empfindet.

Dabei sollte man aber bewusst entscheiden, wem man Standortdaten zugänglich macht und für welchen Zeitraum diese Freigabe gelten soll.

Dokumentation kritischer Situationen

Neben Notruf und Standortfreigabe gibt es Situationen, in denen die Dokumentation eines Geschehens wichtig sein kann.

Dabei geht es zum Beispiel darum:

  • eine bedrohliche Situation nachvollziehbar festzuhalten
  • beteiligte Personen später besser identifizieren zu können
  • ein aggressives Gegenüber abzuschrecken
  • wichtige Informationen vor Verlust zu schützen
  • den Ablauf eines Vorfalls später besser rekonstruieren zu können

Eine normale Videoaufnahme auf dem Smartphone hat jedoch Grenzen. Wird das Gerät beschädigt oder entwendet, können lokal gespeicherte Informationen verloren gehen.

Der Ansatz von MyBodyCam

MyBodyCam wurde entwickelt, um kritische Situationen einfach dokumentieren zu können.

Die App startet eine gesicherte Live-Übertragung in die Cloud und zeigt auf dem Smartphone gleichzeitig deutlich sichtbar an, dass eine Dokumentation aktiv ist. Durch Animationen, Hinweise und die Wiedergabe des laufenden Streams auf dem Display wird der beteiligten Person unmittelbar verdeutlicht, dass die Situation bereits dokumentiert wird und die übertragenen Informationen nicht mehr allein vom Smartphone abhängen.

Neben der Sicherung wichtiger Informationen verfolgt MyBodyCam damit einen weiteren Ansatz: die mögliche Deeskalation von Konfliktsituationen.

Die Überlegung dahinter ist einfach: Erkennt eine Person, dass ihr Verhalten bereits dokumentiert wird und die Informationen zeitgleich außerhalb des Smartphones gesichert werden, kann dies dazu beitragen, impulsive Handlungen zu überdenken und eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Eine Garantie hierfür gibt es selbstverständlich nicht. Jede Situation ist anders. Dennoch basiert das Konzept von MyBodyCam auf der Annahme, dass Transparenz und Sichtbarkeit einer laufenden Dokumentation in bestimmten Situationen eine deeskalierende Wirkung entfalten können.

MyBodyCam versteht sich daher nicht als Ersatz für Notruf-Apps oder Warn-Apps, sondern als ergänzender Ansatz für Situationen, in denen Dokumentation, Identifizierbarkeit, Informationssicherung und eine mögliche Deeskalation im Vordergrund stehen.

Weitere Informationen:

👉 Das MyBodyCam Projekt

Worauf sollte man bei einer Sicherheits-App achten?

Eine App für persönliche Sicherheit sollte möglichst folgende Eigenschaften erfüllen:

  • einfache Bedienung
  • schnelle Aktivierung
  • zuverlässige Funktion im Ernstfall
  • klare und verständliche Benutzerführung
  • Schutz sensibler Daten
  • sinnvolle Speicherung oder Übermittlung wichtiger Informationen
  • möglichst wenig technische Hürden

Gerade in Stresssituationen zählt nicht die umfangreichste App, sondern die App, die tatsächlich schnell und sicher bedient werden kann.

Fazit

Die beste App für persönliche Sicherheit hängt stark vom jeweiligen Einsatzfall ab.

Wer Hilfe rufen möchte, sollte Notruf-Funktionen und offizielle Notruf-Apps kennen. Wer über Gefahrenlagen informiert werden möchte, sollte Warn-Apps nutzen. Wer kritische Situationen dokumentieren und Informationen sichern möchte, benötigt eine andere Art von Lösung.

MyBodyCam kann in diesem Zusammenhang eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn es darum geht, bedrohliche Situationen einfach zu dokumentieren, Informationen vor Verlust zu schützen und durch die sichtbare Dokumentation möglicherweise zu einer Deeskalation beizutragen.