Viele Menschen kennen Bodycams von Polizei, Ordnungsdiensten oder Verkehrsbetrieben. Die kleinen Kameras werden dort eingesetzt, um kritische Situationen zu dokumentieren und durch ihre sichtbare Präsenz möglicherweise deeskalierend zu wirken.

Insbesondere bei Polizei, kommunalen Ordnungsdiensten und Verkehrsbetrieben wird immer wieder berichtet, dass allein die sichtbare Dokumentation dazu beitragen kann, aggressives Verhalten einzudämmen oder Konflikte frühzeitig zu entschärfen.

Daher stellen sich viele Menschen die Frage:

Kann ich als Privatperson eigentlich ebenfalls eine Bodycam nutzen?

Die klassische Bodycam benötigt spezielle Hardware

Traditionelle Bodycams bestehen aus spezieller Hardware, die am Körper getragen wird. Diese Geräte wurden ursprünglich für professionelle Anwender entwickelt und sind für Privatpersonen oft teuer oder unpraktisch.

Gleichzeitig besitzt heute fast jeder Mensch bereits die notwendige Technik in seiner Tasche: ein Smartphone mit Kamera, Mikrofon, Internetverbindung und Bildschirm.

Die spannende Frage lautet daher:

Braucht man überhaupt noch eine spezielle Bodycam?

Das Smartphone als Bodycam

Mit MyBodyCam steht erstmals eine Lösung zur Verfügung, die die Bodycam-Funktion auf einem normalen Smartphone ermöglicht.

Dafür ist keine zusätzliche Hardware erforderlich.

Die meisten Menschen tragen die notwendige Technik bereits mit sich – nämlich ihr Smartphone. Die MyBodyCam-App macht daraus gewissermaßen eine Bodycam und ergänzt Funktionen, die klassische Smartphones von Haus aus nicht besitzen.

Für Privatpersonen ist die Nutzung kostenlos. Die App enthält keine Werbung. Persönliche Daten werden nicht kommerziell genutzt oder an Dritte weitergegeben.

Darf ich als Privatperson überhaupt eine andere Person aufnehmen?

Diese Frage wird besonders häufig gestellt.

Die Antwort lautet: Ja, sofern die rechtlichen Voraussetzungen eingehalten werden.

Wenn eine Aufnahme dem eigenen Schutz dient und die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden, ist eine solche Verarbeitung personenbezogener Daten zulässig.

Die Datenschutz-Grundverordnung sieht in Artikel 6 Absatz 1 verschiedene Rechtsgrundlagen für die Verarbeitung personenbezogener Daten vor. Dazu gehört auch das sogenannte „berechtigte Interesse“.

Vereinfacht gesagt bedeutet dies: Wer sich in einer konkreten Bedrohungs- oder Gefahrensituation befindet, hat ein nachvollziehbares Interesse daran, die Situation zu dokumentieren und sich selbst zu schützen.

Gerade weil Datenschutz ein zentrales Thema ist, wurde die App gemeinsam mit einer auf Datenschutz spezialisierten Rechtsanwältin entwickelt. Ein wesentlicher Bestandteil der verpflichtenden Einführungsphase beschäftigt sich deshalb mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und dem datenschutzkonformen Einsatz der App.

Datenschutz war von Anfang an ein zentraler Bestandteil

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist eine verpflichtende Registrierungs- und Einweisungsphase. Bevor die erste Aufnahme gestartet werden kann, muss dieser Prozess vollständig abgeschlossen werden.

Je nach Nutzer dauert diese Einführung bis zu 40 Minuten.

Dieses Zeitinvestment ist bewusst vorgesehen. Die App richtet sich an Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen möchten. Es handelt sich nicht um eine Spielerei oder eine App, die man innerhalb weniger Minuten installiert und sofort verwendet.

Ein wichtiger Teil dieser Einführung beschäftigt sich mit dem datenschutzkonformen Einsatz der App. Nutzer erfahren dort, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie die App eingesetzt werden darf und welches Verhalten vermieden werden sollte.

Das entsprechende Tutorial kann auch direkt angesehen werden:

https://tutorials.prd.mybodycam.de/German/Karla9neu2406.mp4

Was passiert bei einer Aufnahme?

Wird eine Aufnahme gestartet, werden Bild-, Ton- und Standortdaten unmittelbar außerhalb des Smartphones gesichert.

Gleichzeitig sieht die Person vor der Kamera auf dem Display, dass eine Dokumentation stattfindet und dass die Daten extern übertragen werden.

Die Idee dahinter ist nicht, Menschen heimlich zu filmen. Im Gegenteil: Die Dokumentation soll bewusst sichtbar sein.

Ziel ist es, möglichst früh Transparenz zu schaffen und dadurch eine Situation möglicherweise zu entschärfen.

Datenschutz durch begrenzte Speicherung

Auch bei der Speicherung der Aufzeichnungen wurde großer Wert auf Datenschutz gelegt.

Die Aufnahmen werden nicht dauerhaft auf den Servern gespeichert. Stattdessen stehen sie dem Nutzer für einen Zeitraum von 24 Stunden zur Verfügung.

Innerhalb dieser Zeit kann ausschließlich der jeweilige Nutzer über die MyBodyCam-App auf seine Aufnahmen zugreifen. Auf Wunsch können die Daten dort in eine MP4-Datei konvertiert und auf dem eigenen Gerät gespeichert werden.

Nach Ablauf der 24 Stunden werden die Aufzeichnungen automatisch von den Servern gelöscht.

Wird eine Aufnahme als MP4-Datei auf dem eigenen Gerät gespeichert, geht die Verantwortung für den weiteren Umgang mit diesen Daten auf den Nutzer über. Er ist dann selbst dafür verantwortlich, die Datei vertraulich zu behandeln und ausschließlich für den vorgesehenen Zweck zu verwenden.

Dieses Konzept verbindet die Möglichkeit einer zeitnahen Dokumentation mit dem Grundsatz, personenbezogene Daten nicht länger als erforderlich vorzuhalten.

Automatische Information von Vertrauenspersonen

Hinterlegte Vertrauenspersonen werden unmittelbar nach Beginn einer Aufnahme automatisch per E-Mail oder SMS informiert.

Sie erhalten einen Link zum Live-Stream sowie die aktuellen Standortdaten auf einer Karte und können die Situation dadurch mitverfolgen.

Standby-Modus für den Alltag

Eine weitere Besonderheit ist der energiesparende Standby-Modus.

Dadurch kann die App bereits vorsorglich über mehrere Stunden hinweg in Bereitschaft versetzt werden, beispielsweise wenn jemand nachts allein unterwegs ist oder sich in einer Situation befindet, die als unangenehm empfunden wird.

Kommt es später tatsächlich zu einer kritischen Situation, kann die Aufnahme unmittelbar gestartet werden – auf Wunsch sogar per Sprachbefehl.

Fazit

Bodycams waren lange Zeit vor allem professionellen Anwendern vorbehalten. Moderne Smartphones ermöglichen heute jedoch Funktionen, die früher spezielle Hardware vorausgesetzt hätten.

Mit Lösungen wie MyBodyCam wird die Bodycam-Technologie erstmals auch für Privatpersonen praktisch nutzbar.

Wichtig ist dabei, die in der Einführungsphase vermittelten Regeln und Hinweise zu beachten. Wer dies tut, erhält eine zusätzliche Möglichkeit, Situationen zu dokumentieren, Transparenz zu schaffen und Vertrauenspersonen frühzeitig einzubinden.

Die notwendige Hardware tragen die meisten Menschen bereits täglich bei sich. Dadurch wird eine Technologie, die bisher überwiegend professionellen Anwendern vorbehalten war, erstmals auch für Privatpersonen zugänglich.