Wenn ein Partner gewalttätig wird oder die Angst vor einer Eskalation wächst, befinden sich viele Betroffene in einer schwierigen Situation. Häufig entwickeln sich Konflikte nicht plötzlich, sondern über einen längeren Zeitraum. Betroffene spüren oft früh, dass bestimmte Situationen eskalieren könnten, wissen aber nicht, wie sie sich darauf vorbereiten sollen.

Jede Situation ist anders. Dieser Artikel kann keine individuelle Beratung ersetzen. Er soll jedoch einige Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich auf mögliche Krisensituationen vorbereiten und wichtige Informationen sichern kann.

Warnsignale ernst nehmen

Viele Menschen berichten rückblickend, dass es bereits vor körperlicher Gewalt deutliche Warnsignale gab:

  • wiederholte Einschüchterungen
  • Drohungen
  • aggressives Verhalten
  • Kontrollversuche
  • massive Eifersucht
  • Beschimpfungen oder Erniedrigungen

Wer solche Entwicklungen wahrnimmt, sollte sie ernst nehmen und möglichst frühzeitig Unterstützung suchen.

Nicht alleine bleiben

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Situation vollständig für sich zu behalten.

Gerade in belastenden Situationen kann es hilfreich sein, mindestens eine oder mehrere Vertrauenspersonen einzuweihen.

Dies können beispielsweise sein:

  • die eigene Mutter oder der eigene Vater
  • Geschwister
  • die beste Freundin oder der beste Freund
  • enge Nachbarn
  • andere Familienangehörige
  • vertraute Arbeitskollegen

Wichtig ist vor allem, dass diese Personen erreichbar sind und die Situation kennen.

Warum Vertrauenspersonen wichtig sein können

In einer eskalierenden Situation fehlt häufig die Zeit, lange Nachrichten zu schreiben oder mehrere Personen anzurufen.

Deshalb kann es hilfreich sein, bereits im Vorfeld festzulegen, welche Personen im Ernstfall automatisch informiert werden sollen.

Vertrauenspersonen können dann:

  • unmittelbar von der Situation erfahren
  • den Standort der betroffenen Person sehen
  • telefonisch Kontakt aufnehmen
  • Hilfe organisieren
  • wichtige Informationen erhalten

Für viele Betroffene ist allein das Wissen wichtig, nicht alleine mit der Situation zu sein.

Vorbereitung auf mögliche Eskalationen

Nicht jede Bedrohung tritt plötzlich auf.

Manche Menschen haben bereits über Wochen oder Monate das Gefühl, dass eine Situation irgendwann eskalieren könnte.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, technische Hilfsmittel bereits im Vorfeld einzurichten und einsatzbereit zu halten.

Der Standby-Modus von MyBodyCam

MyBodyCam wurde speziell für Situationen entwickelt, in denen eine Eskalation möglich erscheint, aber noch nicht begonnen hat.

Die App verfügt über einen Standby-Modus mit gedimmtem Bildschirm.

Dadurch bleibt das Smartphone über längere Zeit einsatzbereit, ohne dass dauerhaft eine Aufnahme laufen muss. Gleichzeitig wird der Akku geschont.

Das Gerät kann beispielsweise während eines Aufenthalts zu Hause oder in anderen potenziell kritischen Situationen in Bereitschaft bleiben.

Aufnahme per Sprachbefehl starten

Kommt es zu einer kritischen Situation, kann die Aufnahme durch den Sprachbefehl

„Aufnahme“

gestartet werden.

Dadurch muss das Smartphone nicht erst entsperrt oder eine Schaltfläche gesucht werden.

Gerade in Stresssituationen kann dies hilfreich sein.

Was geschieht nach dem Start der Aufnahme?

Nach dem Sprachbefehl beginnt die Übertragung des Videobildes in die Cloud.

Das Smartphone wird dabei so gehalten oder positioniert, dass die beteiligte Person das Display sehen kann.

Auf dem Bildschirm erscheint das aktuelle Kamerabild. Die Person vor der Kamera sieht sich dadurch selbst auf dem Display. Gleichzeitig wird deutlich angezeigt, dass eine Dokumentation aktiv ist und die Informationen bereits außerhalb des Smartphones gesichert werden.

MyBodyCam ist ausdrücklich nicht für eine verdeckte Nutzung gedacht. Das Konzept basiert vielmehr darauf, die laufende Dokumentation sichtbar zu machen.

Mögliche deeskalierende Wirkung

Die Idee dahinter ist einfach:

Erkennt eine Person, dass ihr Verhalten dokumentiert wird und die Informationen bereits gesichert werden, kann dies dazu beitragen, impulsive Handlungen zu überdenken.

Eine Garantie hierfür gibt es selbstverständlich nicht.

Dennoch berichten viele Menschen, dass Transparenz und Sichtbarkeit einer Dokumentation einen Einfluss auf das Verhalten von Beteiligten haben können.

Vertrauenspersonen werden automatisch informiert

Nach dem Start der Aufnahme können zuvor festgelegte Vertrauenspersonen automatisch informiert werden.

Die Benachrichtigung erfolgt wahlweise per SMS oder E-Mail.

Die Empfänger erhalten:

  • eine Information über die gestartete Aufnahme
  • einen Link zur laufenden Übertragung
  • eine Standortkarte
  • die Möglichkeit, die Situation in Echtzeit zu verfolgen

Dadurch können Vertrauenspersonen unmittelbar erfahren, dass Unterstützung benötigt werden könnte.

Viele Betroffene empfinden dies als besonders wertvoll, da sie wissen, dass andere Personen über die Situation informiert sind.

Warum fehlende Dokumentation später zum Problem werden kann

Viele Betroffene wenden sich erst nach einer Bedrohung oder einem Angriff an die Polizei oder an andere Stellen, von denen sie Hilfe erwarten.

Dabei entsteht häufig ein grundlegendes Problem: Die betroffene Person weiß genau, was passiert ist, kann dies aber oftmals nur durch ihre eigene Schilderung belegen.

Andere Personen waren möglicherweise nicht anwesend. Unabhängige Zeugen existieren nicht. Der Vorfall ist vorbei und es gibt keine objektiven Informationen, anhand derer sich Dritte ein eigenes Bild vom Geschehen machen können.

In einer solchen Situation stehen häufig Aussage gegen Aussage. Die betroffene Person berichtet von dem Vorfall, während die andere Seite die Darstellung bestreitet oder den Ablauf völlig anders schildert.

Je weniger objektive Informationen vorhanden sind, desto schwieriger kann es werden, den tatsächlichen Ablauf eines Vorfalls nachvollziehbar darzustellen.

Genau hier setzt der Ansatz von MyBodyCam an.

Ziel der App ist es, wichtige Informationen nicht erst nach einem Vorfall zusammenzutragen, sondern bereits während einer kritischen Situation zu dokumentieren und zu sichern. Dadurch stehen später nicht nur persönliche Schilderungen zur Verfügung, sondern zusätzlich dokumentierte Informationen über den Ablauf des Geschehens.

MyBodyCam entscheidet dabei nicht darüber, wie solche Informationen bewertet werden. Die App soll vielmehr dazu beitragen, dass Betroffene im Bedarfsfall auf mehr als ihre eigene Erinnerung und Schilderung zurückgreifen können.

Zugriff auf die Aufzeichnung

Nach Beendigung der Aufnahme bleibt die Aufzeichnung für 24 Stunden in der App verfügbar.

Innerhalb dieses Zeitraums kann sie angesehen und als MP4-Datei heruntergeladen werden.

Anschließend entscheidet jede betroffene Person selbst, wie sie mit den Informationen weiter umgehen möchte.

Mögliche Beispiele sind:

  • persönliche Dokumentation von Vorfällen
  • Gespräche mit Vertrauenspersonen
  • Vorlage bei einem Rechtsanwalt
  • Gespräche mit Beratungsstellen
  • Kontaktaufnahme mit Behörden oder der Polizei

Die heruntergeladene MP4-Datei enthält zusätzlich die geografischen Koordinaten des Aufnahmeortes im Dateinamen, sodass sich der Ort später leichter zuordnen lässt.

Fazit

Wer Angst vor einer Eskalation in der Partnerschaft hat, sollte die Situation nicht alleine bewältigen müssen.

Vertrauenspersonen, frühzeitige Vorbereitung und die Sicherung wichtiger Informationen können dazu beitragen, im Ernstfall besser vorbereitet zu sein.

MyBodyCam verfolgt dabei einen Ansatz, der Dokumentation, Cloud-Speicherung, Vertrauenspersonen, Standortübermittlung und sichtbare Deeskalation miteinander verbindet und speziell für kritische Situationen entwickelt wurde.